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Was genau zeigt die Typklassen-Statistik?
Die Statistiker der Versicherungswirtschaft erfassen die Schadenshäufigkeit von rund 13 000 Automodellen – und teilen sie in verschiedene Klassen ein. Autos, deren Fahrer relativ viele Unfälle verursachen, rutschen in eine höhere Typklasse. Modelle mit relativ weniger Schäden stufen die Statistiker in eine niedrigere Klasse ein. Daneben existiert noch eine Regionalstatistik.
In der erfassen die Statistiker die Schadenshäufigkeit in den bundesweit 444 Zulassungsbezirken. Gibt es in einer Region relativ viele Schäden, dann stufen die Versicherer die Zulassungsbezirke schlechter ein als Regionen mit weniger Schäden.
Typ- und Regionalklasse bilden für die Versicherer die Grundlage, auf der sie dann die Versicherungsprämie berechnen. Je höher die jeweilige Klasse ist, desto teurer ist die Versicherung. Hinzu kommt eine weitere Besonderheit: Seit einem Jahr gibt es neben dem alten ein neues Typklassensystem in der Kaskoversicherung, das aber nur für neu abgeschlossene Verträge gilt. Wichtigstes Merkmal dieses neuen Systems: Die Statistiker ermitteln ihre Daten nun auf Dreijahres- statt wie bisher auf Einjahresbasis, zudem gibt es im neuen System weniger Typklassen als im alten. Unterm Strich ist die Statistik somit stabiler und enthält weniger Umstufungen als das alte System.
Welche Änderungen gibt es bei den Typklassen? Die meisten Autofahrer können aufatmen: In der Haftpflichtversicherung werden drei Viertel aller Pkw-Fahrer in der gleichen oder gar einer besseren Typklasse landen, so der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV). Bei Voll- und Teilkasko muss man jeweils nach alter bzw. neuer Struktur unterscheiden: In der Vollkasko neu bleiben 66 Prozent der Fahrzeuge ohne Umstufung, im alten System sind es nur 55 Prozent. In der Teilkasko neu bleiben 61,3 Prozent der Fahrzeuge in der Typklasse unverändert, in der Teilkasko alt sind es nur 30,1 Prozent.
Welche Fahrzeuge werden nun billiger, welche teurer? Einige Beispiele aus der Statistik: In der Haftpflichtversicherung verbesserten sich der Mazda 6 2.3 (122 kW) und der Peugeot 307 Break/SW 2.0 (100 kW) um jeweils vier Klassen – ihre Besitzer können also mit einer deutlichen Entlastung beim Versicherungsbeitrag rechnen. Fahrer eines Audi A4 1.9 TDi (75 kW) werden für die Kfz-Haftpflicht dagegen tiefer in die Tasche greifen müssen. Das Modell rutschte vier Klassen rauf. Ähnlich trifft es Opel-Fahrer: Um drei Klassen ging es in der Haftpflicht für den Opel Meriva 1.6 (74 kW) hoch. In der Vollkasko (alte Struktur) verbesserte sich der Toyota Landcruiser 100 4.2 D um drei Klassen; der VW T4 Caravelle 2.5 TDI (111 kW) wurde dagegen vier Klassen schlechter eingestuft. Sehr gut entwickelte sich der Ford Mondeo 2.5 (125 kW) in der Vollkasko nach der neuen Struktur: Er wurde drei Klassen besser eingestuft. Der Citroën C3 1.4 (54 kW) entwickelte sich in der Vollkasko (neue Struktur) dagegen vier Klassen schlechter. Weil er bei Dieben so beliebt ist, verschlechterte sich der BMW X5 3.0i in der Teilkasko (neue Struktur) sogar um sechs Klassen. Wichtig ist: Die großen Veränderungen in den hier genannten Beispielen sind Ausreißer - bei den meisten Fahrzeugen gibt es entweder keine Änderung oder eine Umstufung um ein oder zwei Klassen.
Welche Änderungen gibt es bei den Regionalklassen? Traditionell ermitteln die Statistiker bei den Regionalklassen nur wenige Veränderungen. Für fast 60 Prozent der Autofahrer gibt es keine Umstufungen in der Haftpflicht. Nur jeweils ein Landkreis rutschte in der Statistik um drei Klassen nach oben (Idar-Oberstein) beziehungsweise nach unten (Güstrow). In der Regionalstruktur bei der Vollkasko ändert sich für 85 Prozent der Pkw-Fahrer nichts. Und in der Teilkasko bleiben fast 70 Prozent der Zulassungsbezirke unverändert. Freuen können sich die Autofahrer in Ostdeutschland: Dort verlief die Schadensentwicklung deutlich positiv, sodass die Statistiker in der Haftpflicht gleich 58 der 112 ostdeutschen Zulassungsbezirke besser einstufen konnten. Lediglich fünf verschlechterten sich. In Voll- und Teilkasko sieht das Bild ähnlich aus.
Wo sind Kfz-Versicherungen am günstigsten? Der günstigste Zulassungsbezirk in der Autohaftpflichtversicherung ist der Kreis Elbe-Elster in Brandenburg (Kfz-Kennzeichen: EE). Am meisten zahlen Autofahrer in Kaufbeuren (Kennzeichen: KF) für die Kfz-Haftpflicht. In der Vollkasko fährt man am günstigsten im Kreis Wesermarsch (Kennzeichen: BRA), am teuersten in Rottal/Inn (Kennzeichen: PAN). In der Teilkasko ist Würzburg (Kennzeichen: WÜ) am günstigsten, der Kreis Uecker-Randow (Kennzeichen: UER) am teuersten.
Ab wann gelten die neuen Einstufungen? Bei Neuverträgen wenden die Versicherer die neuen Typ- und Regionalklassen bereits ab 1. Oktober 2004 an. Für die meisten Autofahrer werden die Änderungen aber erst zum 1. Januar 2005 wirksam, da ihre Verträge in der Regel bis zum Jahresende gelten.
Quelle: www.adac.de
Das sind die neuen Typen - Was sich jetzt in der Kfz-Versicherung ändert
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